Dieses Kapitel zeigt, welche Optionen es zur Datenerhebung mit Mapp Intelligence gibt und welche erweiterten Setup-Möglichkeiten bestehen.


1 Optionen zur Datenerhebung

Es gibt verschiedene Wege, Webanalyse-Daten in Mapp Intelligence zu erfassen.

Webseite

  • Tag Integration
  • Standardpixel
  • AMP-Extension
  • Server-to-Server Kommunikation

Apps

  • Mobile SDKs
  • Server-to-Server Kommunikation

1.1 Tag Integration

Mit Tag Integration können in einer einfachen Bedienoberfläche Mapp-spezifische Produktfeatures, Tags anderer Dienstleister sowie eigene Plugins konfiguriert werden.

In einem JavaScript werden so sämtliche Tags zusammengefasst.

Das Tag Integration Skript wird asynchron geladen und verlangsamt somit nicht den Aufbau der Webseite.

Die einzelnen Tags arbeiten analog zu einer Integration ohne Tag Integration.

Einige Tags von externen Dienstleistern erzeugen Cookies. Opt-Out Möglichkeiten müssen in diesen Fällen weiterhin jeweils integriert werden.

Binden Sie zusätzlich ein NoScript-Pixel in die Webseiten ein, um auch User mit deaktiviertem JavaScript in der Webanalyse zu erfassen.

Mapp stellt Erweiterungen für einige CMS- und Shop-Systeme bereit, um die Integration von Intelligence zu erleichtern. Eine Liste der verfügbaren Erweiterungen finden Sie hier.

Besonderheiten Tag Integration:

  • Geringerer Aufwand in der IT-Abteilung für Pflege und Erweiterung der Datenerfassung.
  • Unabhängig von internen Release-Prozessen.
  • Datenhoheit: Entscheiden Sie selbst, welche Daten externen Tag-Anbietern zur Verfügung stehen.
  • Effizientere Datenerfassung bei Nutzung eines einheitlichen Data Layers.
  • Zukunftssicherheit: Permanente Erweiterung der Plugin-Bibliothek durch Mapp.
  • Initiales Setup zur Konfiguration von Tag Integration nötig.

Container

Ein Container definiert einen URL-Bereich.

Je Mapp Intelligence-Account (z.B. Liveumgebung, Testumgebung) muss ein Container vorhanden sein.

Plugins

Je Container wird ein definiertes Set an Plugins genutzt.

Plugins lassen sich je Container individuell konfigurieren.

Verfügbare Plugins für Mapp-spezifische Produktfeatures sowie für externe Anbieter

Eine Übersicht über alle Plugins finden Sie hier.

Eigene Plugins

Es können auch eigene Plugins erstellt werden (Custom plugins > New plugin). Diese können dann an unterschiedlichen Positionen ausgeführt werden:

  • Sofort
    Sobald Tag Integration komplett geladen wurde.
    z.B. A/B-Tests

  • Im Head
    Bevor der Content der Webseite geladen wird.
    z.B. jQuery-Frameworks

  • Nach <BODY>
    Wenn der Content der Webseite begonnen wird zu laden.
    z.B. Marketing-Pixel auf Bestellbestätigungsseite

  • Vor </BODY>
    Wenn der Content der Webseite komplett geladen wurde.
    z.B. 3rd Party Tracking Anbieter

Parameter

Als Parameter werden die Informationen bezeichnet, die zentral in Tag Integration definiert sind und in Plugins verwendet werden können (z.B. der Seitenname, die Bestellnummer).

Dazu können JavaScript-Variablen oder URL-Parameter genutzt werden.

Mapp empfiehlt die Nutzung eines zentralen Data Layers, in dem alle relevanten Informationen zur Verfügung stehen.

Diese Informationen werden abgefragt und als Parameter in Tag Integration definiert.

Klicken Sie hier, um weitere Informationen zum Data Layer zu erhalten.


Regeln

Mit Regeln wird festgelegt, wann Plugins ausgespielt werden sollen.

Zur Definition können Parameter, Aktionen oder die URL genutzt werden.


Über eine Filterfunktion können dabei verschiedene Bedingungen miteinander kombiniert werden.



1.2 Standardpixel

Die Datenerhebung kann auch mit einem Standardpixel erfolgen.

  • Das Pixel wird im Quelltext der Webseite integriert.
  • Jede Seite (auch z.B. Layer) sollte ein Pixel erhalten, um Fehler bei der Dateninterpretation zu vermeiden.
  • Es können User mit und ohne aktiviertem JavaScript erfasst werden.

Zur schnellen und einfachen Integration bietet Mapp Plugins für einige Shop-Systeme (z.B. Hybris, Magento 2, Shopware).

Folgende Schritte passieren bei der Anfrage einer Webseite:

Besonderheiten Standardpixel:

  • Im Vergleich zu Tag Integration höherer Aufwand in IT-Abteilung für Pflege und Erweiterung der Datenerfassung.
  • Häufig Anpassungen langwierig, da abhängig von internen Release-Prozessen.

Die gewählte Einbauposition hat starken Einfluss auf die Datenerfassung.

  • Bei Einbau am Anfang einer Webseite: Messung erfolgt schnellstmöglich.
    • Vorteil: Höhere Datengenauigkeit.
    • Nachteil: Qualitative Betrachtung nur durch zusätzliche Nutzung von Plugins (z.B Scrolltiefe, Seitenladezeit) möglich.
  • Bei Einbau am Ende einer Webseite: Erst wenn die Seite komplett geladen wurde, kommt es zur Zählung.
    • Vorteil: Qualitatives Tracking.
    • Nachteil: Fehlende Daten (z.B. Kampagnen, Bestellungen).

1.3 Accelerated Mobile Pages - AMP

AMP ist ein Open-Source-Projekt und dient der Beschleunigung von mobilen Webseiten. Geräteabhängig wird dadurch entweder die "normale" Webseite oder die AMP-Webseite angezeigt.

  • Mapp Intelligence kann über die "amp-analytics"-Extension genutzt werden.
  • Es wird ein eingeschränkter Funktionsumfang unterstützt.
    Nicht möglich ist die Messung von Medien, Formularen und Heatmap.
  • Die Verpixelung (z.B. Seitenbenennung) muss manuell erfolgen.

1.4 Mobile SDKs

Mapp Intelligence bietet für eine schnelle App-Integration SDKs für Android und iOS.

  • Der Tracking-Funktionsumfang ist analog zu Pixel Integration.
  • Bei Offline-Nutzung werden Trackingdaten zwischengespeichert und bei wiederkehrender Internetverbindung versendet.
  • Automatisches Tracking von Activities.
  • Keine Appstore-Releases für Anpassungen am Tracking nötig bei Nutzung der mobile Container in Tag Integration.

Besonderheiten Mobile SDKs:

  • Schneller Setup-Prozess.
  • Nur Unterstützung der nativen Entwicklerwerkzeuge.

Folgende Schritte passieren bei der Nutzung der App:


1.5 Server-to-Server

Die Daten werden direkt vom Webserver – und nicht vom Client – an Mapp übertragen.

Beispiel:

Das Verfahren wird auch zur Messung von direkt verlinkten PDF-Dateien eingesetzt.

Besonderheiten Server-to-Server:

  • Sehr hohe Datengenauigkeit.
  • Kein Tracking ersichtlich.
  • Datenschutz beachten (Opt-Out-Möglichkeit).
  • Komplexe Integration.
  • Kein direktes Testing auf Webseite möglich.

Aufbau eines Tracking-Requests:

http[s]://[Track-Domain]/[Track-ID]/wt?p=[Version] ,[Seitenname],…

Weitere Informationen finden Sie in der technischen Dokumentation.


2. Erweitertes Setup

Das erweiterte Setup betrachtet die folgenden Punkte:

  • First-/Third-Party Cookies
  • Individuelle Domains für Datenerfassung und Tag Integration
  • Wie viele Accounts?
  • Ausschluss von Zugriffen
  • Datenschutz
  • Single Page Applications
  • Multitab-Browsing

2.1 First-/Third-Party Cookies

Es können First- oder Third-Party Cookies genutzt werden, um Besucher mit Tag Integration bzw. dem Standardpixel wiederzuerkennen.

First-Party Cookies

  • Cookie wird in Domain der Webseite gesetzt.
  • Größere Akzeptanz ermöglicht höhere Datengenauigkeit.
  • Standardeinstellung in Mapp.

Third-Party Cookies

  • Cookie wird in der Trackdomain gesetzt.
  • Domainübergreifendes Tracking in einem Account OHNE Sessionbruch.
  • Wird von einigen Browsern nach Sessionende automatisch gelöscht.


Zur Verbesserung der Besuchererkennung sollte eine Customer-ID übergeben werden.


2.2 Individuelle Domains für Datenerfassung und Tag Integration

Trackdomain: Wohin sollen die erfassten Daten übermittelt werden?

  • Mapp Trackdomain
    Die Daten werden direkt an eine Domain von Mapp (z.B. "knigge.wt-eu02.net") gesendet.

    Vorteil: Domainübergreifende Besuchererkennung (bei Nutzung von Third-Party Cookies) möglich.
    Nachteil: Bei Verwendung von Tracking-Blockern erfolgt keine Messung.

  • Individuelle Trackdomain
    Eine eigene Subdomain (z.B. "img.knigge.de") wird zur Datenübermittelung genutzt.
    Von dort erfolgt eine Weiterleitung an die Mapp Trackdomain.
    Wenn auch SSL auf der Webseite verwendet wird, muss ein entsprechendes Zertifikat installiert werden.

    Vorteil: Höhere Datengenauigkeit, da Tracking-Blocker nicht greifen.
    Nachteil: Kosten für Zertifikat (bei SSL-Nutzung).

Tag Integration-Domain: Von wo wird Tag Integration geladen?

  • Mapp Domain
    "responder.wt-safetag.com" wird angefragt.

  • Individuelle Domain
    Alternativ können individuelle Domains verwendet werden, die auf die Mapp-Domain verweisen.
    Wenn auch SSL auf der Webseite verwendet wird, muss ein entsprechendes Zertifikat installiert werden.

    Vorteil: Höhere Datengenauigkeit, da Tracking-Blocker nicht greifen.
    Nachteil: Kosten für Zertifikat (bei SSL-Nutzung).


Beispiel für individuelle Domains für Datenerfassung und Tag Integration


Um eine größtmögliche Datengenauigkeit zu gewährleisten, sollten individuelle Domains für das Tracking und Tag Integration verwendet werden.


2.3 Wie viele Accounts?

Sollen alle Daten in einen Account laufen?

Beispiel für sinnvolle Trennung:

  • Unterschiedliche Märkte (z.B. Shop DE, Shop AT)
  • Wenn inhaltlich unterschiedliche Seiten erfasst werden (z.B. Shop und Blog)
  • Live-/Test-Account

In der Regel wird zumindest ein Live- und ein Test-Account genutzt. Dadurch erfolgt keine Datenverfälschung durch das Testsystem!

Vor- und Nachteile spezifischer Accounts je Markt:

Vorteile

Nachteile

Keine Filterung auf Domain/Land/Webseite… nötig.

Accountsetup aufwändiger.

Weniger Daten führen zu schnellerer Berechnung.

In der Regel höhere Kosten.

Individuelle Benennung von Metriken, Parametern... möglich (z.B. in Landessprache).

Kein Überblick über Gesamtzugriffe (Beachten Sie aber: Domainübergreifende Besuchererkennung bei First-Party Cookies nur mit angepasster Implementierung möglich!).

Limits (z.B. Anzahl Reports, Parameterausprägungen) gelten je Account.


Bessere Nutzeradministration bei unterschiedlichen Teams.


Weniger individuelle Kennzahlen nötig (z.B. „Visits DE“, „Visits AT“…).


Kampagnenstruktur sauber abbildbar.


Flexibelste Lösung: Nutzen Sie einen Gesamt-Account und zusätzliche separate Unter-Accounts.

Über das Feature "Dataprofile" ist automatisiertes Kopieren von Tracking-Daten aus anderen Accounts möglich. Dadurch können mit einem Pixel mehrere unterschiedliche Accounts befüllt werden.


Beispiel:

Datenerfassung in einem Overall-Account ("Shop Global"), in dem übergeordnete Auswertungen möglich sind. Für Shop-spezifische Analysen werden separate Länder-Accounts ("Shop DE", "Shop US"…) genutzt.


  • Kopieren von Unter-Accounts in globalen Account


  • Kopieren aus globalem Account in Unter-Accounts

    Die Konfiguration erfolgt unter Mapp Q3 > Konfiguration > Systemkonfiguration > Datenerhebung.

    Beachten Sie, dass Ausgangs- und Ziel-Account identisch eingerichtet sein sollten (z.B. eigene Parameter, Kategorien…).


    Konfigurationsbeispiele:

    Wenn der Parameter cg1 ("Contentgruppe 1") mit dem Wert "deutsch" gesetzt wird, wird der Trackrequest aus dem Account "Shop DE" kopiert.


    Wenn die Domain "mobile.shop" lautet, wird der Trackrequest aus dem Account "Mobile Shop" kopiert.

    Filter können mit regulären Ausdrücken gesetzt werden.

2.4 Ausschluss von Zugriffen

Bekannte Bots und Crawler werden automatisch von der Messung ausgeschlossen.

Zusätzlich können Zugriffe anhand folgender Kriterien ausgeschlossen werden:

  • IP-Adresse
  • Domain

Dies könnte sinnvoll sein, damit eigene Zugriffe oder die einer Agentur nicht die Daten verfälschen.

Die Einstellung erfolgt unter Mapp Q3 > Konfiguration > Systemkonfiguration.


2.5 Datenschutz

Anforderungen des deutschen Datenschutzes:

  • Die erfassten Daten dürfen keinen direkten Personenbezug haben.
    • Bsp: Messung Formularfelder
    • Alternativ: Opt-In-Verfahren
  • Hinweis in Datenschutzerklärung
  • Möglichkeit für Nutzer zum Ausschluss von der Datenerfassung (Opt-Out)
  • Kein Speichern der IP-Adresse im Analysetool
  • Cookie-Laufzeit max. 6 Monate

2.6 Single Page Applications

Bei Single Page Applications werden Daten per Funktionsaufruf übermittelt.

Im Aufruf wird festgelegt, ob die Messung als Aktion oder Seite erfolgen soll. Dadurch können auch virtuelle Seiten generiert werden.

Beachten Sie, dass sich die Nutzung virtueller Seiten für einige Berechnungen anbietet:

  • Seitenverweildauer
  • Klickpfad-Analyse
  • Prozesse-Analyse
  • Einstiege/Ausstiege/Bounces

2.7 Multitab-Browsing

Mapp bietet 2 Varianten, wie Daten bei der Nutzung mehrerer Browser-Tabs erfasst werden.

Variante A (Default)

Sobald ein neuer Tab geöffnet wird (auch ohne den aktiven Tab zu verlassen), wird dies in Mapp Intelligence erfasst. Beim Wechsel zwischen aufgerufenen Tabs erfolgt keine Zählung.

Vorteile:

  • Unter Umständen kostengünstiger, da weniger Seitenaufrufe gemessen werden.
  • Entspricht der gängigen Messung in Webanalyse-Tools (Vergleichbarkeit).

Variante B

Erst wenn ein Tab aktiv ist, wird dies in Mapp Intelligence erfasst. Ein Wechsel zwischen Tabs führt zur wiederholten Zählung.

Vorteile: 

  • Entspricht dem realen Nutzungsverhalten. (Seiten-)Pfade werden korrekt ausgewiesen.
  • Klicks (Aktionen) werden korrekt der einzelnen Seite zugeordnet.

Variante B ist im Smart Pixel standardmäßig aktiviert. Alle andere Tracking Varianten nutzen als Standard Variante A. Um Variante B zu aktivieren, muss die entsprechende Option im Pixel bzw. Tag Integration gewählt werden.


Beispiel:

Auf der Seite „Home“ wird der Link zur Seite „Solutions“ im neuen Tab geöffnet (nicht gesehen!). Anschließend wird das Video geklickt und anschließend auf den Tab „Solutions“ gewechselt.

Datenerfassung erfolgt:

A) Sobald ein Tab geöffnet wird, wird dies in Mapp Intelligence erfasst.


B) Erst wenn ein Tab gesehen wird, wird dies in Mapp Intelligence erfasst.